Julia Klöckner spricht bei Biofach-Eröffnung: Branche reagiert weiter ungeduldig

Aktualisiert: Feb 13



Bio ist eine Erfolgsgeschichte. Mit über 3.700 Ausstellern feiert die Biofach einen neuen Rekord. Doch von der Politik erwartet die Branche mehr, wie Landwirtschaftsministerin bei ihrer Gastrede zu spüren bekam.


Im Jahr 1984 wurden im Bundestag erstmals die Begriffe Bio und Ökolandbau verwendet, sagte die Landwirtschaftsministerin mit Verweis auf Erhebungen von zeit-online. Nach 36 Jahren sehe das ganz anders aus und die Bundesregierung halte an ihrem Ziel fest, im Jahr 2030 auf 20 Prozent Ökolandbau verweisen zu können. Der Bund zahle Ökobetrieben Beihilfen, engagiere sich finanziell in der Agrarforschung und habe bei der EU-Kommission erreicht, dass der jetzt vorliegende Verodnungsentwurf besser sei.


Als Julia Klöckner die Grundlagenforschung zur Substituierung von Kupfer im Weinbau erwähnte, wurde es einem Zuhörer zu bunt: "Glyphosat stoppen", rief er unüberhörbar in den Saal. Die Ministerin verwies auf EU-Recht. Unmutsäußerungen gab es auch, als Klöckner ankündigte, zum Schluss ihrer Rede zu kommen: Spontaner Beifall brandete im Sinne von "na endlich" auf.


Die Landwirtschaftsministerin hatte zuvor nochmal ihr Unverständnis über zu niedrige Lebensmittelpreise geäußert. Hähnchenfleisch für 15 Cent pro 100 Gramm gehe gar nicht, sagte sie. Vom Treffen mit den deutschen Handelskonzernen zum Thema Billigpreise, das ausgegangen ist wie das Hornberger Schießen, sagte sie nichts. Sie äußerte jedoch ihre Verwunderung darüber, dass die Handelskonzerne neuerdings die Aufgaben des paritätischen Wohlfahrtsverbandes über nähmen. Hintergrund ist, dass der konventionelle Handel seine Niedrigpreise mit dem geringen Einkommen von 13 Prozent der Bevölkerung begründet.


Klöckner sieht den Ökolandbau als Wirtschaftsform, die wichtig Fragen beantworten könne, nicht nur was den Umweltschutz angehe, sondern auch die Ökonomie und Soziales. Sie kündigte an, dass der Bund die Kommunen bei der Umstellung von Kantinen unterstützen wolle. Ulrich Maly, Oberbürgermeister von Nürnberg, hatte in seinem Grußwort berichtet, dass das Kita-Essen in seiner Stadt bereits zu 75 Prozent auf Bio umgestellt worden sei.

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